Kunst aus Plastikmüll

Betreuende Lehrkraft: Fr. Kammerer

Inspiration:


Der Portugiese „Bordalo II“ stellt meterhohe Tierskulpturen aus Müll her, die Hauswände und Mauern verzieren, u.a. Hasen, Vögel, Schildkröten, und die beeindruckend schönen Tierfiguren sollen den Betrachtern nicht nur gefallen, sondern sie auch zum Nachdenken über ihr eigenes Konsumverhalten anregen.

Projektidee: Machen wir auch, nur eine Nummer kleiner, und spezialisiert auf Plastikmüll. Das ist leichter zu verarbeiten für uns, wir können problemlos in kleinen Formaten arbeiten, und Plastik ist zum Problemmüll Nummer eins geworden - die ganze Welt ist voll davon.

Umsetzung: Bastelphase


Jeder bringt etwas mit aus dem eigenen „gelben Sack“: Putzmittelflaschen, Becher, Dosen, Bänder, Verschlüsse, Tüten, Zahnbürsten, Plastikordner, Spielzeug, usw. Dazu gibt’s: Pattex, Scheren, Klebeband, Acrylfarben, Pinsel. Wir einigen uns darauf, Tiere herzustellen, und legen los, ohne Anleitung, mit vielen Ideen im Kopf. Notwendig ist, das zeigt sich dann schnell, viel Geduld und Beharrlichkeit, denn nicht jede Idee lässt sich so ein- fach umsetzen. So Manches klebt nicht aneinander, steht nicht so, wie es sein sollte, sieht nicht so aus, wie gewünscht … Löcher in Plastik bohren erfordert einiges an Kraft …. Aber doch entstehen in zwei Tagen wunderbare kleine Werke: Hasen, Vögel, Fledermäuse, Pinguine, Schildkröten, eine Katze, Mäuse, eine Schnecke, ein Stachelschwein, Fische, eine Pflanze und eine freundlich schauende Dame, die an Frau Holle erinnert, Schmetterlinge und eine Wespe. Alle basteln: drei Lehrer und 9 ½ Schüler (1/2 für einen verspäteten Teilnehmer), und immer wieder ist jemand so „gepackt“ von der Arbeit, dass sogar in den Pausen weiter gearbeitet wird.

Beschäftigung mit dem Thema Plastik


Wir schauen den Dokumentarfilm „Plastic Planet“ von Werner Boote an. Die Informationen sind gruselig: Plastik ist überall: im Handy, im Laptop, in Rohren, im Kugelschreiber, in Geschirr und Besteck, im Auto, in unserer Kleidung und in Schuhen, Taschen, Spielzeug, Schnullern, Babyfläschchen, Flugzeugen, in Prothesen, Brillen, Spritzen und natürlich auch in Plastikflaschen und diversen Verpackungsmaterialien in den Supermärkten. In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erst entwickelt, hat sich Plastik zu dem Stoff entwickeln, der unserer Zeit einmal den Epochennamen „Zeitalter des Plastiks “geben wird. Es zersetzt sich extrem langsam (500 Jahre) und sondert konstant hochgiftige Bestandteile ab, die wir einatmen oder mit einem Getränk oder beim Essen in unseren Körper aufnehmen. Inzwischen hat jeder Mensch, bis hin zum Eskimo, giftige Substanzen von Plastik im eigenen Blut. Die möglichen Folgen: Krankheiten wie Krebs, Unfruchtbarkeit, Störungen im Gehirn … Es gibt keinen einzigen Punkt mehr auf der Welt, an dem Plastik noch nicht aufgetaucht ist. In den Ozeanen ist das Verhältnis von Plastik zu Plankton 60 zu eins! Vögel fressen Plastik, Fische fressen Plastik und sterben mit vollem Magen daran. Und die Konzerne: drücken sich vor der Verantwortung. Es sei nicht ihre Aufgabe. Die Verbraucher müssten eben „verantwortungsvoll“ damit umgehen. Kein Hersteller ist bislang dazu verpflichtet anzugeben, welche giftigen Substanzen im Plastik enthalten sind…. Puh! Wie kann man die Plastikflut im eigenen Leben reduzieren? In welchen Bereichen gibt es Alternativen? Das wird uns noch am letzten Vormittag beschäftigen. Wir zeigen dann unsere schönen kleinen Kunstwerke. Wir informieren über die Gefahren von Plastik, und wir geben Tipps, wie man die Plastikflut bei sich selbst eindämmen kann.

G. Kammerer